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Dalton Harron, genannt Diddy, angestellt in einer Firma für Mikroskope, ist auf dem Weg zu einer Managementkonferenz – als sein Zug in einem Tunnel plötzlich anhält. In einem Anfall von Panik steigt Diddy aus. An der Spitze der Lok trifft er auf einen Arbeiter, der versucht, ein Hindernis wegzuräumen. In der dunklen Nicht-Welt des Tunnels kommt es zu einer bizarren Konfrontation – bis Diddy überzeugt ist, den Arbeiter erschlagen zu haben. Verstört geht er zurück in sein Abteil. Nur um dort von Hester, einem blinden Mädchen, zu erfahren, dass er das Abteil nie verlassen habe. Woher nimmt sie die Sicherheit, etwas zu behaupten, was sie nicht gesehen haben kann? Diddy gerät zunehmend in eine Dunkelheit, in der die Unterschiede zwischen Halluzination und Realität nicht mehr sichtbar sind. Das ungleiche Paar schließt sich zusammen – die blinde Sehende und der sehende Blinde – um gemeinsam ein Stück Welt und sich selbst zu erfahren.

„Wie immer in Moers tragen herausragende Schauspieler den Abend. Frank Wickermann zeigt Diddy als eher mittelmäßigen Jedermann, ein verzweifelter Held wider Willen. Während Marieke Kregel als blinde Hester oft beherrscht bleibt, es aber unter dieser Oberfläche rätselhaft brodeln lässt. Es lohnt sich, Sontags Gedankenspielen zu folgen, weil sie durch Grebs Regie und das tolle Ensemble Körperlichkeit und Sinnlichkeit erhalten.“ Die deutsche Bühne

Die amerikanische Schriftstellerin und Regisseurin Susan Sontag (1933 bis 2004) wurde mit vielen internationalen Literaturpreisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Das Schlosstheater Moers zeigt ihren Roman „Todesstation“ von 1967 als Welturaufführung.

Fassung und Inszenierung Ulrich Greb | Bühne Birgit Angele | Kostüme Elisabeth Strauß | Dramaturgie Sabrina Bohl, Felix Mannheim | Regieassistenz Nicole Nikutowski

Mit Patrick Dollas, Matthias HeĂźe, Marieke Kregel, Jakob Schneider, Katja Stockhausen, Frank Wickermann