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Liebe Freundinnen und Freunde des Schlosstheaters,
liebes Publikum,

zunächst einmal vielen Dank an alle, die sich im vergangenen Jahr für die Existenz des Schlosstheaters und anderer Kultureinrichtungen der Stadt Moers eingesetzt haben. Vor dem Hintergrund der Debatte um den Haushaltsicherungsplan der Stadt schlossen sich zehn Moerser Kulturvereine – darunter die „Freunde des Schlosstheaters Moers e.V.” – zur Initiative „Kulturstadt Moers” zusammen und kämpften auf vielen Ebenen und in zahlreichen Veranstaltungen für den Erhalt der gewachsenen Stadtkultur. In intensiven Gesprächen konnte sich eine Mehrheit der Politikerinnen und Politiker davon überzeugen, dass das Schlosstheater nach den bereits 2010 beschlossenen Spar- maßnahmen keine weiteren Einsparungen verkraftet hätte.

Wie sehr Sie uns unterstützt haben und unterstützen und wie sehr das Theater in der Stadt verankert ist, zeigt sich übrigens auch am Erfolg der zurückliegenden Spielzeit: Trotz des Existenzkampfes und trotz einer scheinbar abstrakten Spielzeit zum Thema Klimawandel, stiegen unter dem Motto „Zwei Grad Plus“ die Be- sucherzahlen noch einmal deutlich.

In der kommenden Spielzeit werden wir erneut in Kooperation mit Institu- tionen und Akteuren der Region in einem Grenzbereich von künstlerischer und sozialer Arbeit unterwegs sein. Unser Spielzeitthema ist „Inklusion”, die zentrale gesellschaftlich-soziale Aufgabe unserer Zeit. Der Begriff ist spätestens seit der 2006 verabschiedeten UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen in aller Munde. Es geht um die Forderung, jedem einzelnen Menschen die gleichberechtigte Teilhabe an allen gesellschaftlichen Aktivitäten auf allen Ebenen und in vollem Umfang zu ermöglichen. Jeder soll das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben haben. In ihrer Konsequenz könnte die Umsetzung der UN-Konvention viele Bereiche unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens verändern.

Das Schlosstheater und das Junge STM werden unter dem Motto „all inclusive“ mit verschiedenen Inszenierungen und Projekten den vielschichtigen Begriff „Inklusion“ befragen, erforschen und im Kontext gesellschaftlicher Realitäten ausprobieren. Bei der Suche nach Stücken zur modernen Frage der Inklusion sind wir erstaunlicherweise vor allem bei klassischen Autoren fündig geworden: „Othello“, „Nathan der Weise“ und „Don Quijote“ sind erstmals in Moers zu sehen. Brechts „Mann ist Mann“ war 1976 bereits im Schloss zu erleben, Philipp Preuss interpretiert das Stück als Inversion des Inklusionsgedankens neu. Und Barbara Wachendorff wird in einem Rechercheprojekt zusammen mit Schauspielern und Betroffenen die gesellschaftliche Dimension der Volkskrankheit Depression erkunden.

Inklusion ist gelebte Unterschiedlichkeit und lebt von der Offenheit zum Dialog. Das Theater ist dafĂĽr ein wunderbarer Ort.

Wir freuen uns auf Sie!
Ihr Ulrich Greb, Intendant

Hier finden Sie das Spielzeitheft 2013 | 2014 zum Download!