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Spielzeit 2022 | 2023

Über Menschen von Juli Zeh

BÜHNENFASSUNG VON ULRICH GREB UND VIOLA KÖSTER

Termin

Mittwoch, 14.09.2022 | 19.30 Uhr

Spieldauer

ca. 02:00 Std.

Spielort

Schloss

Preis

19,50 € pro Person
erm. 7 € pro Person

Kategorie

Beschreibung

Dora, Großstädterin und Geschichtenerfinderin in einer Berliner PR-Agentur ist mit Robert zusammen, der sich
im Laufe der Pandemieals fundamentalistischer Kämpfer, gleichermaßen gegen den Klimawandel und gegen
das Virus, entpuppt. Dora wird es zu eng in ihrer gemeinsamen Wohnung und so flieht sie zusammen mit
ihrem Hund Jochen nach Bracken, einem Dorf in Brandenburg. Zwischen Saatkartoffeln und Homeoffice
lernt sie ihren Nachbarn Gote kennen, der sich selbst als Dorfnazi vorstellt und nicht nur ein Menschenleben
auf dem Gewissen hat. Trotzdem entsteht eine Freundschaft zwischen Dora und Gote über alle ideologischen
Gräben und Vorurteile hinweg.

Geht das? Darf man das? Oder muss man sogar mit „Rechten reden“? Wo verläuft die Grenze zwischen
nachbarschaftlichem Arrangement und gefährlicher politischer Annäherung?
Zwischen Toleranz und Verharmlosung?

Juli Zeh, Bestsellerautorin und Richterin, lebt selbst in einem Dorf in Brandenburg und weiß um die
Konfliktlinien, die sich auftun ebenso, wie um diejenigen, die verschwinden, wenn man die „Anderen“
nicht mehr nur aus der Ferne beurteilt, sondern mit ihnen in nächster Nähe zusammenlebt. Nach
„Unter Leuten“ hat sie mit „Über Menschen“ einen Roman geschrieben, der unsere direkte, pandemie-
und krisengeschüttelte Gegenwart daraufhin ausleuchtet, wie sich Klassismus und Rassismus zu einem
bedenklichen Gemisch vereinigen, das längst die sogenannte „Mitte der Gesellschaft“ erreicht hat.

Auf erfrischend provokative Weise fordert „Über Menschen“ dazu heraus, die eigenen ideologischen
Wohlfühlzonen zu hinterfragen und darüber nachzudenken, wie sich der zwischenmenschliche Faden
vielleicht wieder aufnehmen lässt, um ein Netz damit zu stricken, das die Vielen hält, auch unfeine
Unterschiede aushält und die, die es brauchen auffängt.

In der Regie von Ulrich Greb lotet das Ensemble des Schlosstheaters die Grenzen des Sagbaren
und Machbaren aus, balanciert auf ihnen, kippt ins Menschliche und rettet sich auch auf bewaldete Abwege…