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Tod und Sterben sind nicht nur machtvolle Ereignisse, wenn sie eine(n) betreffen. Es handelt sich auch um ein gesellschaftlich und politisch bewegtes Feld. Zahlreiche Veränderungen sind dabei, den Umgang mit Sterben, Tod und Trauer bis hin zur Bestattung – teils grundlegend – zu verändern.
In Petra Gehrings Diskussionsbeitrag werden verschiedene aktuelle Entwicklungen in einen Zusammenhang gestellt. Es ist unter anderem die Karriere des modernen (biomedizinischen, biotechnischen) Konzepts „Leben“, die aus dem Sterben einen professionalisierten Vorgang macht. Aus dem „Tod“ ist das auf neue Weise verrechtlichte „Lebensende“ geworden. In der Perspektive der Philosophie hat sich so auch das, was „Ethik“ heißt und was von Ethik erwartet wird, verändert. Neue Technologien (wie die Organspende), der sogenannte „Hirntod“, „Patientenverfügungen“ und Betreuungsverhältnisse sorgen für eine neue Vorsorgelogik im Hinblick auf das Lebensende – aber auch für Auseinandersetzungen am Sterbebett. Dazu kommen aktuelle Positionen und Positionsverschiebungen in der deutschen Rechtspolitik. „Sterbehilfe“ und „assistierter Suizid“ sind hier zwei Stichworte.

Prof. Dr. Petra Gehring, Professorin fĂĽr Philosophie an der TU Darmstadt studierte Philosophie, Politik und Recht und hat sich in zahlreichen Publikationen mit der Geschichte von Leben, Tod und Sterben auseinandergesetzt. 2006 erschien ihr Buch „Was ist Biomacht?“, 2010 „Theorien des Todes – Zur EinfĂĽhrung“.