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Der Video-Mitschnitt der Inszenierung „Richard III“ (Regie: Ulrich Greb, 2016) ist ab 18 Uhr für 24 Stunden hier auf der Homepage des Schlosstheaters sowie auf unserer Facebook-Seite (um 18 Uhr Live-Chat mit dem Ensemble) zu sehen.

Wenig gibt den Menschen solch einen Antrieb wie das Streben nach Macht – sie lässt uns betrügen, lügen, schmeicheln, morden; und wenn sie gerade mal nicht in Reichweite ist, dann ziehen wir ein großes Vergnügen daraus, anderen beim Kampf um Macht zuzuschauen. Daher löst auch der Titelheld von Shakespeares Drama Richard III. trotz aller Verschlagenheit seit Jahrhunderten mehr als nur klammheimliche Bewunderung aus. Gnadenlos zieht Richard,  der raffinierte Manipulator alle Register, räumt Kontrahenten aus dem Weg und macht auch vor dem politischen Mord an seinen Weggefährten nicht halt. Doch als er sein Ziel erreicht hat, muss er erfahren, dass die Macht ihren Tribut fordert. Neue Gegner treten auf den Plan, und der durch Paranoia gelähmte Richard fällt schließlich seiner eigenen Hybris zum Opfer.

Shakespeares Charakterisierung des englischen Königs Richard III. liefert bis heute die Blaupause für zahlreiche Intrigantenfiguren. Mit seinem 1593 geschriebenen Stück prägt der große Dramatiker das Bild des historischen Richards, mit dem die blutige Epoche der Rosenkriege ihr Ende fand, bis heute nachhaltig. Er liefert eine fein beobachtete Analyse des unbedingten Willens zur Macht und lässt uns mit Lust und Schrecken einem smarten Spieler, einem verführerischen Bösewicht zuschauen.

Richard/Richmond: Marissa Möller
Lady Anne/Mörder/Buckingham:Patrick Dollas
Elisabeth/Tyrell/Hastings/Lord Mayor: Matthias Heße
Herzogin von York/Clarence/Rivers/Prinz Edward/Stanley: Holger Stolz
Margaret/König Edward IV./Prinz Richard/Catesby: Frank Wickermann

Inszenierung: Ulrich Greb
Bühne:Birgit Angele
Kostüme:Michaela Springer

In der NRW-Kritikerumfrage der „Welt am Sonntag“ im Juli 2016 wurde Marissa Möller für ihre Darstellung von Richard als „Beste Nachwuchsschauspielerin“ genannt.
Richard III. war zum NRW-Theatertreffen 2017 als eine der „10 bemerkenswertesten Inszenierungen“ im Wettbewerb eingeladen.