//

VERGRÖSSERN: STRG [+] / STRG [-]

kalender

Am 24.07.2010 fand in Duisburg die Loveparade statt. Im Kulturhauptstadtjahr hatten sich viele Hoffnungen an dieses Megaevent geknĂŒpft. Über eine Million Raver*innen wurden erwartet. Doch die friedliche Technoparty wird zur Todesfalle: Im Zugangsbereich entsteht ein GedrĂ€nge, bei dem 21 Menschen sterben und ĂŒber 500 verletzt werden. Das Geschehen auf dem GelĂ€nde des alten GĂŒterbahnhofs ist voller WidersprĂŒche. Die Menschenmasse, deren Energie vielleicht den Kern der Ravekultur ausmacht, wird auf schreckliche Weise zu einer tödlichen Bedrohung. Menschen feiern ausgelassen, ohne wissen zu können, dass in unmittelbarer NĂ€he andere sterben. Bis heute ist die Frage, ob es sich eher um ein tragisches UnglĂŒck oder um schuldhaftes Versagen bei Veranstaltern, Stadtverwaltung und SicherheitskrĂ€ften handelte, nicht geklĂ€rt. Anfang 2019 empfiehlt das Gericht, das Verfahren einzustellen. In der BegrĂŒndung heißt es, neben den Planungsfehlern sei „ein kollektives Versagen einer Vielzahl von Personen am Veranstaltungstag fĂŒr das UnglĂŒck mitverantwortlich.“ FĂŒr unsere Region ist die Loveparade eine unverheilte Wunde. Dass die Fragen nach Schuld und Verantwortung wahrscheinlich unbeantwortet bleiben werden, ist ein Teil davon. Das Rechercheprojekt Parade 24/7 ist ein Versuch, sich diesem UnglĂŒck auf der Basis von Interviews, Zeugenaussagen, Protokollen und Medienberichten mit theatralen Mitteln zuzuwenden.

Mit: Patrick Dollas, Lena Entezami, Matthias Heße, Roman Mucha, Elisa Reining und Frank Wickermann

Regie: Ulrich Greb
BĂŒhne: Birgit Angele
KostĂŒm: Michaela Springer
Dramaturgie: Larissa Bischoff