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Der Begriff der Unverletzlichkeit begegnet uns im Grundgesetz, wenn es um die eigene Wohnung geht – als Recht des Einzelnen, sich in seiner Privatsphäre frei entfalten zu können. Doch wie kann diese Individualität gewahrt bleiben, wenn es an das Privateste geht – das eigene Sterben? Welche Bedingungen müssen aus medizinischer Sicht geschaffen werden, damit die Unverletzlichkeit des für jeden einzelnen einmaligen und unwiederholbaren Sterbens gewahrt wird?
Ziel der Palliativmedizin ist, gerade in der letzten Phase des Lebens die Grundprinzipien der Autonomie, des Willen zum Guten, des Nichtschadenwollens und der Angemessenheit zu verwirklichen. Sie fĂĽhlt sich in besonderer Weise einem Leben und Sterben verpflichtet, das der WĂĽrde des Menschen gerecht wird.
Dr. med. Marianne Kloke ist Leitende Oberärztin des Zentrums für Palliativmedizin der Kliniken Essen-Mitte, Mitglied in mehreren nationalen und internationalen Arbeitsgruppen und Autorin mehrerer Fachbücher. In ihrem Vortrag und der anschließenden Diskussion thematisiert sie den Umgang mit den großen Fragen am Lebensende, von der Patientenverfügung über die richtige medizinische Versorgung bis zur Begleitung Angehöriger. Dabei ist ihr medizinisches Anliegen, dazu beizutragen, dass der letzte Punkt der „Deklaration der Menschenrechte Sterbender“ greift: „Ich habe das Recht, von fürsorglichen, empfindsamen und klugen Menschen umsorgt zu werden, die sich bemühen, meine Bedürfnisse zu verstehen und die fähig sind, innere Befriedigung daraus zu gewinnen, dass sie mir helfen, meinem Tod entgegenzusehen.“