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Während der Tod dem Durchschnittsbürger als persönliches, sehr intimes und unkalkulierbares Ereignis erscheint, ist er für mindestens 600 Personen jährlich genau das Gegenteil: eine öffentliche Maßnahme der Abschreckung, eine Bestrafung, eine juristisch legitimierte Exekution durch den Staat.
Was in Deutschland seit 1949 nicht mehr Teil der Rechtsprechung ist, ist in den USA immer noch umstrittene Praxis einzelner Bundesstaaten: erst am 21. September vergangenen Jahres wurde der Amerikaner Troy Davis in Georgia hingerichtet – seine Schuld war bis zuletzt nicht geklärt.
Und selbst in Europa, das die Abschaffung der Todesstrafe als Aufnahmebedingung für neue Mitgliedsstaaten der EU formuliert hat, wird noch die Todesstrafe verhängt: Weißrussland vollstreckt nach wie vor Hinrichtungen.
Neben Informationen rund um diese Strafmaßnahme, die noch in weltweit 59 Staaten praktiziert wird, und dem Gespräch mit dem Moerser Ortsgruppenleiter von Amnesty International, Joe Kunze, regen Texte von Dostojewski bis Orwell, gelesen von Patrick Dollas, zur Diskussion an.

Joe Kunze ist seit 1993 Amnesty-Mitglied, war zunächst in Ulm und Heilbronn aktiv und ist Mitbegründer der Amnesty-Gruppe in Moers. Zwischenzeitlich engagierte er sich ehrenamtlich für die bundesweite Koordination der Jugendgruppen von Amnesty International.