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Der Video-Mitschnitt der Inszenierung „Biedermann und die Brandstifter“ (Regie: Ulrich Greb, 2015) ist ab 18 Uhr für 24 Stunden hier auf der Homepage des Schlosstheaters sowie auf unserer Facebook-Seite (um 18 Uhr Live-Chat mit dem Ensemble) zu sehen.

„Schon wieder eine Brandstiftung! Und wieder die alte Geschichte: Wieder ein Hausierer, der um Obdach bittet, und am andern Morgen steht das Haus in Flammen“ sagt der Haarwasserfabrikant Gottlieb Biedermann bei seiner Morgenzigarre, nur um unmittelbar danach einem Hausierer eine Unterkunft in seinem Haus anzubieten. Kurz danach werden die ersten Benzinfässer auf den Dachboden gerollt und Zündschnüre vermessen, doch Herr Biedermann schaut zu und tut – nichts.

Max Frischs Klassiker von 1958 zeigt mit fast mathematischem Kalkül, wie aus Egoismus, angepasster Bequemlichkeit, dummer Eitelkeit und Feigheit eine hochexplosive Mischung entsteht, mit deren Hilfe sich Gewalt und Terror ungehindert ausbreiten können. Je näher man der Welt des Gottlieb Biedermann kommt, um so ähnlicher werden die Brandstifter dem Biedermann.

Das „Lehrstück ohne Lehre“ funktioniert auch heute noch so gut, weil dem Albtraum des Biedermann das verdrängte Wissen um die eigene Mitverantwortung eingeschrieben ist. Es kann nicht sein, was nicht sein darf – und die Angst vor allem Fremden wird zum Motor einer gruselig-trivialen Groteske.

Mit freundlicher Unterstützung der Freunde des Schlosstheaters e.V.

Regie: Ulrich Greb
Bühne: Birgit Angele
Kostüme: Elisabeth Strauß
Dramaturgie: Annika Stadler

Mit: Magdalene Artelt, Patrick Dollas, Matthias Heße, Marissa Möller, Frank Wickermann
und dem Bürgerchor des STM

Musikalische Einstudierung: Otto Beatus

 
https://youtu.be/WJK0rgXEBPk