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Das Schlosstheater Moers beschäftigt sich in der laufenden Spielzeit unter dem Motto “Zwei Grad Plus” mit der Umwelt, mit Folgen des Klimawandels und unserer Verantwortung für die
Veränderungen in der Natur. In unseren Inszenierungen versuchen wir, die oft abstrakten und zeitlich schwer fassbaren Dimension des Themas sinnlich erlebbar zu machen. Zusätzlich erweitern wir in der Veranstaltungsreihe “Zwei Grad Plus” die Auseinandersetzung mit dem Spielzeitmotto durch Vorträge, Diskussionen, Filme, Lesungen und eine Ausstellung.

Are you listening!
Während der CO2-Beitrag Bangladeschs zum Klimawandel zu vernachlässigen ist, zeigen sich in der Küstenregion die weltweit stärksten Phänomene der globalen Erwärmung. Der Meeresspiegel-Anstieg am Ganges-Delta betrifft 15 Millionen Menschen. In hundert Jahren wird Bangladesh vermutlich nicht mehr existieren, weil es vom steigenden Meeresspiegel verschluckt sein wird. Klimaflüchtlinge gibt es jetzt schon. Am 27. Mai 2009 traf der Zyklon Aila die Küste des Landes. Die Überschwemmungen trieben rund eine Million Menschen zur Flucht, unter ihnen hundert Familien aus Sutarkhali. Als ihr Dorf in den Fluten unterging, flüchteten die Menschen auf einen nahe gelegenen alten Deich. Dort harren sie seit nunmehr zwei Jahren aus. Ernährt von Hilfsorganisationen und irgendwie an die Geldökonomie des Hinterlandes angeschlossen, warten sie mit wachsender Ungeduld darauf, dass die Regierung den versprochenen Deich baut, um das verlorene Land zurückzugewinnen. Auf diesem Weg hat sie der einheimische Regisseur Kamar Ahmad begleitet. Der Filmemacher dokumentiert die aberwitzige Situation knapp über dem Wasserspiegel – einen Alltag, der von Geldsorgen, ungerechter Lebensmittelverteilung und gebrochenen Versprechen ebenso geprägt ist, wie von der Entschlossenheit, eines Tages doch in das überflutete Dorf zurückzukehren. „Are you listening“ ist eine bildstarke Erzählung über die grundlegendste aller menschlichen Eigenschaften: zu überleben, gegen alle Widerstände und gegen alle Vernunft. Zugleich ist der Kampf um den Deich als letzter Zufluchtsort ein beunruhigender Ausblick auf unser aller Zukunft.

Kamar Ahmed Simon, BD 2012, engl. UT