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Das Thema der Demenz ist mit Scham behaftet. Das persönliche Schicksal und die unerfreulichen BegleitumstĂ€nde der Betroffenen werden selten zur Sprache gebracht. Die Familien der Betroffenen ziehen sich bis zur Vereinsamung zurĂŒck. Viele Menschen erleben die dementielle VerĂ€nderung des Lebenspartners oder Elternteils als langsames Sterben, das Familienmitglied wird zu einem Fremden. Hinzu kommt der Verlust der Kommunikationsregeln unserer Welt. Höflichkeitsmechanismen, der Umgang mit Ausscheidungen und viele andere Dinge aus dem sozialen Kontext werden verlernt. Dies zu erleben ist fĂŒr die Angehörigen eine harte BewĂ€hrungsprobe. Trotzdem fĂ€llt es vielen Menschen schwer, sich Hilfe und UnterstĂŒtzung zu holen. Die Scham ist zu groß.

„Anderland“ ist ein Theaterprojekt der Regisseurin Barbara Wachendorff zusammen entwickelt mit dem Sommerblut Kulturfestival e.V. Vier Menschen mit Demenz sind die Protagonisten auf der BĂŒhne und werden dabei von vier professionellen Schauspielern begleitet. Im Zentrum des Theaterabends steht die Lebenswelt der Betroffenen, ihre biografische Wirklichkeit, ihr Erleben der Gegenwart und Vergangenheit. Einerseits sollen fremde und ĂŒberraschende Seiten der Demenz sichtbar und das VerstĂ€ndnis fĂŒr dementiell erkrankte Menschen und ihrer Familien gestĂ€rkt werden. Andererseits thematisiert das Projekt die mit der Versorgung dementiell erkrankter Menschen verbundenen Fragen sozialer SolidaritĂ€t.