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Feature

Tief erschĂŒttert und fassungslos nehmen wir Abschied von unserem TheaterpĂ€dagogen Holger Runge, der im Alter von 54 Jahren ĂŒberraschend gestorben ist. Seit der Spielzeit 2006/2007 hat er das Junge STM aufgebaut und zu einem profilbildenden und tragenden Pfeiler des Schlosstheater Moers entwickelt.

Holger Runge ist in Moers geboren und aufgewachsen. Nach dem Studium der SozialpĂ€dagogik in Bochum arbeitete er 13 Jahre als Jugendbildungsreferent beim Kirchenkreis Dortmund-Mitte-Nordost. Dort baute er u. a. das generationenĂŒbergreifende Projekt „Theater Pump Fiction“ auf und studierte berufsbegleitend TheaterpĂ€dagogik an der Akademie Remscheid.

ZunĂ€chst allein, ab 2011 gemeinsam mit eine*r Kolleg*in, arbeitete er als Regisseur, Festivalleiter, TheaterpĂ€dagoge und Netzwerker, der mit seinem feinen GespĂŒr fĂŒr gesellschaftliche Strömungen und Verwerfungen in seinen Projekten Kinder und Jugendliche bevorzugt an aktuelle Themen und Theatertexte heranfĂŒhrte. Ab 2007 war er auch kĂŒnstlerischer Leiter des Kinder- und Jugendtheaterfestivals „Penguin’s Days“.

DarĂŒber hinaus entwickelte er immer wieder neue theatrale Formate, die interkulturell und generationenĂŒbergreifend die Beteiligten ins Spiel brachten und sie die gruppenbildenden und integrativen Energien des Theaters erleben ließen. Dazu gehörte der „Club fĂŒr angewandte Irritationen“ mit seinen Interventionen im öffentlichen Raum ebenso wie die seit 2011 jĂ€hrlich stattfindenden Inszenierungen mit Auszubildenden der Sparkasse am Niederrhein und seine impulsgebende theaterpĂ€dagogische Arbeit in den zahlreichen Literaturkursen der zehn kooperierenden Schulen.

FĂŒr viele Jugendliche in Moers und der Region war Holger ein langjĂ€hriger Begleiter und Ansprechpartner, der ihnen nicht nur die Möglichkeit gab, Theater aktiv kennen zu lernen, sondern auch ein GegenĂŒber war, das sie ernst nahm und in ihrem Erwachsenwerden begleitete.

Holger Runge war ein neugieriger, humorvoller und empathischer Mensch, der die FĂ€higkeit besaß, in seiner Arbeit RĂ€ume fĂŒr offene Begegnungen zu schaffen und soziale Situationen konstruktiv und kĂŒnstlerisch zu gestalten. Sein Tod ist ein unermesslicher Verlust fĂŒr uns alle.

Ulrich Greb

Schlosstheater Moers