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Aktuell

Aufgrund der Aktualität und der großen Nachfrage ist die visuelle Lesung nun hier auf unserer Homepage permament zum Anschauen verfügbar.

Kaum ein Stoff könnte gerade aktueller sein als DIE PEST von Albert Camus: Eine Stadt im Ausnahmezustand, Quarantäne für die Gesunden, Isolation für die Kranken, ein Arzt, der mit seinen Helfern unermüdlich versucht, die unkontrollierbare Situation unter Kontrolle zu bringen, Behörden, deren Funktionsfähigkeit auf dem Prüfstand steht, Menschen, die von Ihren Liebsten getrennt solange ausharren, bis die Tore der Stadt wieder geöffnet werden… Die quälende Erfahrung der Einsamkeit und Handlungsunfähigkeit des Einzelnen; gleichzeitig die Erfahrung, dass Solidarität das einzige Mittel gegen das Unrecht ist, das uns alle verbindet: nämlich, dass wir alle sterben müssen, ohne zu verstehen warum.

Corona ist nicht die Pest und wir leben 2020 nicht im Krieg. Dennoch fordert auch dieses Virus derzeit Tote und schafft es, weltweit den Alltag der Menschen sowie das globale Wirtschaftssystem aus den Angeln zu heben. Auch das Theater ist davon nicht ausgenommen. Ganz im Gegenteil. Denn gerade das Theater lebt vom gemeinsamen Erleben.
Auch wenn unsere Inszenierung von DIE PEST vor allem als Kommentar auf die zunehmende Abschottung und Nationalisierung in Europa gedacht war, wird der Text von 1946 in der Coronakrise zum Stück der Stunde – das wir im Repertoire haben und nicht spielen dürfen.
Deshalb haben wir uns entschlossen, die Inszenierung für die Zeit der Corona-Quarantäne als visuelle Lesung für unseren Online-Ersatzspielplan zu adaptieren. Sechs Schauspieler*innen sitzen (mit Sicherheitsabstand!) im Bühnenbild der PEST, das aus einem Quarantänezelt besteht. Sie sprechen den Text von Camus, der von Ausschnitten aus der PEST-Inszenierung durchbrochen wird. Die Zeiten überlagern sich, ähneln einander und unterscheiden sich dann wieder. So wie jetzt.

Die Inszenierung von DIE PEST ist in einer ersten Zusammenarbeit mit dem Puppenspieler Joost van den Branden und dem Improviser in Residence 2019, Emilio Gordoa entstanden.

Mit Patrick Dollas, Lena Entezami, Matthias Heße, Roman Mucha, Elisa Reining und Frank Wickermann
Inszenierung: Ulrich Greb Bühne und Kostüme: Birgit Angele Dramaturgie: Viola Köster Sounds: Emilio Gordoa Coaching Puppenspiel: Joost van den Branden Regieassistenz: Kristina Zalesskaya
Videobild und -schnitt: Lukas Raber
Videoton: Michael Brieden

Eine Kooperation mit dem moers festival.