//

VERGRÖSSERN: STRG [+] / STRG [-]

Spielzeit

Am 02. April endeten die 27. Penguins Days mit der Preisverleihung des goldenen Pinguins und des Sonderpreises der Jugendjury.
In 16 Tagen wurden 13 Inszenierungen mit insgesamt 25 Vorstellungen gezeigt. Neben den beiden Spielstätten des Schlosstheaters Moers standen mit dem Gymnasium in den Filder Benden, dem Gymnasium Adolfinum, der Anne Frank Gesamtschule und der Geschwister Scholl Gesamtschule vier Moerser Schulen als weitere Spielstätten des Festivals zur Verfügung, so dass das Theaterfestival in der ganzen Stadt präsent war.

Insgesamt 9 eingeladene Inszenierungen standen im Wettbewerb um die Preisgelder, die wie immer durch den Hauptsponsor, die Sparkasse am Niederrhein, gestiftet wurden.

Zur Eröffnung am Montag 18.03. um 19.30 Uhr spielte das Newcomer-Duo Nils Kretschmer und David Vormweg, Absolventen der Folkwang Universität, „Unendlich Luft“ ab 12 Jahren. Es ist eine kabarettistische Hommage an das Leben und den Mut, das Unerwartete zu wagen.

Das Consol Theater Gelsenkirchen zeigte am Mittwoch 20.03. mit „Die Biene im Kopf“ ab 7 Jahren das erste Kinderstück von Roland Schimmelpfenning, einer der meistgespielten Gegenwartsdramatiker Deutschlands. Am Donnerstag 21.03. und Freitag 22.03. war das United Puppets Theater aus Berlin zu Gast und präsentierte sein multimediales Mal-Theaterstück „Zinnober in der grauen Stadt“ für Kinder ab 4 Jahren, das vom Kultursekretariat NRW in der Reihe Kindertheater des Monats gefördert wurde.

Das vielfach ausgezeichnete deutschsprachige AGORA Theater aus Belgien gastierte am Montag, 25.03. mit seiner Inszenierung „König Lindwurm – oder wie schreibt man einen Brief“ fĂĽr Kinder ab 8 Jahren, die in Koproduktion mit der StudiobĂĽhne Köln entstanden ist, gefördert vom Gartencenter Schlößer. Das Theaterhaus Ensemble aus Frankfurt war gleich mit zwei Inszenierungen vertreten: „Unterm Kindergarten“ des norwegischen Autors Eirik Fauske fĂĽr Kinder ab 3 Jahren und „Patricks Trick“ von Kristo Sagor fĂĽr Kinder ab 10 Jahren, unterstĂĽtzt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ Gastspielförderung Theater, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung fĂĽr Kultur und Medien, sowie den Kultur- und Kunstministerien der Länder.

Ebenfalls aus Frankfurt kam die Schauspielerin und Kabarettistin Cornelia Niemann mit ihrem StĂĽck „Möchten Sie Ihren Vater wirklich in den Papierkorb verschieben?“ fĂĽr Jugendliche ab 14 Jahren.

Das COMEDIA Theater aus Köln fragte in seiner interaktiven Inszenierung „Krabat – jede*r entscheidet selbst“ nach dem Buch von Otfried PreuĂźler fĂĽr Kinder ab 10 Jahren nach der eigenen Verantwortung und der Stärke des freien Willens. Auch Treibkraft.Theater aus Hamm geht ungewöhnliche Wege und forderte in seinem KlassenzimmertheaterstĂĽck â€žBin ich rechts? Ein theatraler Politomat“ sein Publikum ab 16 Jahren zur eigenen Stellungnahme heraus, gefördert vom Moerser Signal.

Die Jugendjury bestand aus 7 Mitgliedern: Ben Kiehne, Luisa Mendritzki, Fiona Nuhaj Mathis von Schoonhoven, Jill Pannen, Emil Rosanowski und Julia Weber.

Den Hauptpreis für die beste Inszenierung, dotiert mit 1.000 Euro, verlieh die Jugendjury an die Produktion „Unterm Kindergarten“ für Kinder ab 3 Jahren vom Theaterhaus Ensemble Frankfurt am Main mit Michael Meyer und Günther Henne in den Hauptfiguren und in der Regie von Rob Vriens.

In der BegrĂĽndung heiĂźt es:
„Unterm Kindergarten“ des norwegischen Autors Eirik Fauske, spielt sich in den Tiefen der Erde eines Kindergartens ab. Das Leitthema des Stücks ist der Tod. Ein solcher Bereich des Lebens spielt für die Allerkleinsten eine vermeintlich untergeordnete Rolle oder wird erst gar nicht thematisiert. Dementsprechend schwierig ist es, ein Publikum ab drei Jahren an das Thema heranzuführen, ohne die Kinder zu verängstigen. Über die spielerische Art können sich die Zuschauerinnen mit den Schauspielern interaktiv dem Thema Tod nähern und ihnen wird die Furcht vor diesem Teil des Lebens genommen. Die Inszenierung greift mit Fingerspitzengefühl da ein, wo andere Mittel nur schwer funktionieren und schlägt eine Brücke zwischen dem Leben über der Erde und darunter. (…) Danke für eine hervorragende Inszenierung, die uns und die Kinder zum Staunen bringt.“

 

Der Sonderpreis der Jugendjury, dotiert mit 500 Euro, ging an das TheaterstĂĽck des Autoren Erpho Bell „Bin ich rechts? – ein Klassenzimmer Politomat“ vom Treibkraft.Theater aus Hamm in der Regie von Reimar de la Chevallerie.

Aus der BegrĂĽndung:
„Rechtsextremismus ist ein Thema, das alle kennen und alle angeht. Trotz der Aktualität  und Gegenwärtigkeit des Themas wird oft zu wenig darĂĽber gesprochen. Der Grund dafĂĽr, dass wir nicht genug darĂĽber sprechen ist, dass wir oft denken, es gehe uns nichts an. Aus genau dieser passiven Einstellung wird man als Publikum in diesem TheaterstĂĽck herausgerissen. Die Zuschauer  und Zuschauerinnen werden dazu aufgefordert sich einzubringen und ihre Meinung zu aktuellen Fragen zu äuĂźern. Manipulation ist das Stichwort, das im StĂĽck immer wieder fällt. Die Inszenierung ist ein Aufruf, nicht einfach populistische Ă„uĂźerungen anzunehmen, sondern sich eine eigene Meinung zu bilden, nicht vorschnell zu handeln und Zivilcourage zu zeigen. (…) Durch die grandiose und realistische Darstellung des Geschehens und der Rollen, wird vom Theater der Bezug zur echten Welt geschaffen. Sein und Schein verschwimmen an der einen oder anderen Stelle miteinander.

Das Publikum, ob jugendlich oder erwachsen, nimmt beim Verlassen des Stückes wichtige Erkenntnisse mit und wir können alle nur hoffen, dass der Appell zum Denken und Handeln nicht in der Leere verschwindet.

Deshalb geht der Sonderpreis an das Theaterstück „Bin ich rechts?“ vom Treibkraft.Theater, gespielt von Philip Gregor Grüneberg und Matthias Damberg, da es unserer Meinung nach ein aktuell brisantes politisches Thema behandelt, das alle angeht und uns dazu anregt nachzudenken, zu handeln und Farbe zu bekennen.“

 

„Farbe bekennen“ hieĂź auch das Motto der 27. Penguin`s Days. 

Ein besonderer Dank geht an alle Mitarbeiter*innen des Schlosstheaters insbesondere der Technik, der Verwaltung, der Dramaturgie, der Intendanz und alle zusätzlichen Helfer und Helferinnen auf, vor und hinter der Bühne, die Service-Kräfte an der Kasse, beim Einlass und an der Theke sowie an alle beteiligten Gast-Künstler*innen und an das Ensemble des Schlosstheaters und des Jungen Schlosstheaters, die auch noch mit 4 eigenen Inszenierungen vertreten waren.

Außerdem möchten wir uns bei den Mitarbeiter*innen der Schulen bedanken, die zusätzliche Spielstätten des Festivals waren.

Und ein riesiges Dankeschön geht an die Jugendjury, die eine ganz tolle Arbeit gemacht haben!

 

Und zum Schluss ein besonderer Dank für ihre Unterstützung an alle Förderer, ohne die das Festival gar nicht möglich wäre.

Sparkasse am Niederrhein, Kultursekretariat NRW; Nationales Performance Netzwerk,

Moerser Signal, Erinnern für die Zukunft und das Gartencenter Schlößer

 

Wir freuen uns schon auf das 28. Penguins Days Festival in 2020!

 

Das Festivalteam 2019

Robert HĂĽttinger, Christiane MĂĽller-Rosen; Jasmin Wrobel