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Der, welcher einen Staat an sich reißen will, soll alle Gewalttaten vorher bedenken und sie auf einen Schlag ausfĂŒhren, um nicht jeden Tag   wieder anfangen zu mĂŒssen. Wer aus Furcht oder aus Mangel an Einsicht anders handelt, muss das Schwert bestĂ€ndig in der Hand halten.

MACHIAVELLI

Wenig gibt den Menschen solch einen Antrieb wie das Streben nach Macht – sie lĂ€sst uns betrĂŒgen, lĂŒgen, schmeicheln, morden; und wenn sie gerade mal nicht in Reichweite ist, dann ziehen wir ein großes VergnĂŒgen daraus, anderen beim Kampf um Macht zuzuschauen. Daher löst auch der Titelheld von Shakespeares Drama Richard III. trotz aller Verschlagenheit seit Jahrhunderten mehr als nur klammheimliche Bewunderung aus. Gnadenlos zieht Richard,  der raffinierte Manipulator alle Register, rĂ€umt Kontrahenten aus dem Weg und macht auch vor dem politischen Mord an seinen WeggefĂ€hrten nicht halt. Doch als er sein Ziel erreicht hat, muss er erfahren, dass die Macht ihren Tribut fordert. Neue Gegner treten auf den Plan, und der durch Paranoia gelĂ€hmte Richard fĂ€llt schließlich seiner eigenen Hybris zum Opfer.

Shakespeares Charakterisierung des englischen Königs Richard III. liefert bis heute die Blaupause fĂŒr zahlreiche Intrigantenfiguren. Mit seinem 1593 geschriebenen StĂŒck prĂ€gt der große Dramatiker das Bild des historischen Richards, mit dem die blutige Epoche der Rosenkriege ihr Ende fand, bis heute nachhaltig. Er liefert eine fein beobachtete Analyse des unbedingten Willens zur Macht und lĂ€sst uns mit Lust und Schrecken einem smarten Spieler, einem verfĂŒhrerischen Bösewicht zuschauen.

Richard/Richmond: Marissa Möller
Lady Anne/Mörder/Buckingham:Patrick Dollas
Elisabeth/Tyrell/Hastings/Lord Mayor: Matthias Heße
Herzogin von York/Clarence/Rivers/Prinz Edward/Stanley: Holger Stolz
Margaret/König Edward IV./Prinz Richard/Catesby: Frank Wickermann

Inszenierung: Ulrich Greb
BĂŒhne:Birgit Angele
KostĂŒme:Michaela Springer

In der NRW-Kritikerumfrage der „Welt am Sonntag“ im Juli 2016 wird Marissa Möller fĂŒr ihre Darstellung von Richard als „Beste Nachwuchsschauspielerin“ genannt.
Richard III. ist zum NRW-Theatertreffen 2017 als eine der „10 bemerkenswertesten Inszenierungen“ im Wettbewerb eingeladen.