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Elfriede Jelineks Abrechnung mit unserem bedingungslosen Glauben an die Beherrschbarkeit der Technik entstand unmittelbar unter dem Eindruck der Havarie des Atomkraftwerks Fukushima. Eine Anlage ist pl√∂tzlich au√üer Betrieb. Ohrenbet√§ubende Stille erf√ľllt die Luft. Sehen und H√∂ren sind verlorengegangen. Eine gewaltige Flutwelle hat alles mit sich fortgerissen. Die Musiker h√∂ren nicht mehr die¬†T√∂ne ihres Spiels und spielen doch weiter. Furchtbares n√§hert sich unaufh√∂rlich und verbirgt sich gleichzeitig. Was der Mensch erschuf, hat sich gegen ihn gewandt, das Licht strahlt aus den Knochen seines K√∂rpers. Elfriede Jelineks Geisterszenario schafft einen Resonanzraum f√ľr die Schreie der totgeschwiegenen Opfer. Die Katastrophe legt offen, dass der Mensch die Dimension der von ihm ausgel√∂sten Prozesse kaum fassen kann.

Philipp Preuss stellt “Kein Licht.” eine freie Bearbeitung von Aischylos’ ‚ÄěPrometheus‚Äú gegen√ľber. Die Eroberung des Feuers war der Beginn der ewigen Sucht des Menschen, selbst Sch√∂pfer zu werden, Technik und Wissen sich anzueignen, um die Natur seiner Kultur zu unterwerfen. Prometheus muss f√ľr seine Hybris ewige Qualen erleiden.

 

Inszenierung und B√ľhne Philipp Preuss | Kost√ľme Ramallah Aubrecht | Dramaturgie Justus Wenke | Regieassistenz Stefan Eberle

Mit Patrick Dollas, Matthias Heße, Marieke Kregel, Katja Stockhausen, Frank Wickermann

Premiere 24. Januar 2013, Schloss