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Was George Orwell in „1984“ als eine Zukunft der totalen Überwachung prognostizierte, liest sich heute wie eine Wirklichkeit gewordene Vision. Und seit der Amtseinführung von Donald Trump als US-Präsident ist in vielen Ländern der Roman erstmalig auf dem Bestseller-Listenplatz Nr. 1. Denn die Realität hat die im Roman geschilderten Prognosen aus dem Jahr 1948 in Technik und Umfang längst weit überholt. Doch die repressive Disziplinargesellschaft, die Orwell unter dem Eindruck von Stalinismus und Faschismus beschreibt, hat sich gewandelt: Heute geben wir angesichts von „freundlichen“ Maschinen unsere Privatsphäre freiwillig auf.

Im totalitären Staat Ozeanien, in dem das „Ministerium fĂĽr Ăśberfluss“ fĂĽr Rationierungen zuständig ist, das „Ministerium fĂĽr Wahrheit“ sämtliche Dokumente und Fakten fälscht, in der Dichter zuständig sind, die Sprache zu eliminieren und selbst die Jahreszahl der aktuellen politischen Lage unterworfen ist, gibt es keine sichere Grenze zwischen Realität und Propaganda. Orwells Protagonist Winston Smith gerät zunehmend in Konflikt mit der offiziellen Darstellung des Systems. Die Suche nach der Wahrheit entwickelt sich zum Widerstand gegen das System, das aber längst Teil seiner eigenen Identität ist. Das ist – mit Orwells „Neusprech“ formuliert – „doppelplusungut”. Denn der „GroĂźe Bruder“ will geliebt werden, ohne Einschränkung.

WINSTON SMITH: Patrick Dollas
JULIA: Magdalene Artelt
O´BRIEN: Frank Wickermann
SYME/ PARSON/ CHARRINGTON: Matthias HeĂźe
AMPLEFORTH: Marissa Möller
TELEVISOR Steffi (eine Stimme)

Regie: Ulrich Greb
BĂĽhne: Birgit Angele
KostĂĽme: Elisabeth StrauĂź
Dramaturgie: Annika Stadler