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Seit Mai 2017 ist die Moerser Fotografin Sabrina Sch├╝rings, ausgestattet mit einer Lochkamera, ein h├Ąufig gesehener Gast bei den Auff├╝hrungen des Moersers Schlosstheaters.
Die Technik der Lochkamera (Englisch ÔÇ×pinhole cameraÔÇť) hat sich aus der ÔÇ×camera obscuraÔÇť entwickelt und ist das einfachste und urspr├╝nglichste analoge Prinzip in der Fotografie: Licht f├Ąllt durch eine kleine ├ľffnung in einen sonst lichtdichten Hohlk├Ârper und ergibt geb├╝ndelt ein auf dem Kopf stehendes Bild. Dieses wird auf beschichtetem Material fixiert.
F├╝r die Bilder/Fotografien, die mit dieser Technik im Schlosstheater entstanden sind, entspricht die Belichtungszeit der jeweiligen Dauer des Theaterst├╝cks zwischen einer bis drei Stunden. Dabei wird alles, was auf der B├╝hne geschieht, auf ein einziges Negativ gebannt, einem ÔÇ×Sammelglas der ErinnerungÔÇť ( Schopenhauer).
Die besondere ├ästhetik dieser linsenfreien Technik entsteht durch die gewollten diffusen Bewegungsunsch├Ąrfen. Eine der inoffiziellen B├╝hnenfaustregeln ÔÇô Bewegung gewinnt (die meiste Aufmerksamkeit) – wird dabei in ihr Gegenteil verkehrt: Die Szenenabfolgen der Schauspieler im Raum hinterlassen Abdr├╝cke, verwischte Schemen. Daf├╝r bekommen das Licht-Design und die sonst unsichtbare Choreographie der G├Ąnge im B├╝hnenraum als Mit-Akteure auf der B├╝hne durch diese einfache Technik eine ganz neue Pr├Ąsenz. Der sonst unsichtbare Verlauf von Zeit wird in einem Bild gebannt. Wenn Theater immer eine Geisterbeschw├Ârung ist, wie Heiner M├╝ller sagt, dann ist die Arbeit von Sabrina Sch├╝rings aktive Gespenster-Dokumentation: Schatten, Abdr├╝cke und gewollte Geisterflecken in R├Ąumen mit Bedeutung, kurz bewohnt von fl├╝chtigen Gestalten.
Das Projekt und die Fotoausstellung werden auch in der laufenden Spielzeit weitergef├╝hrt und um neue Fotografien erg├Ąnzt.

Sabrina Sch├╝rings ist freiberufliche Fotografin und lebt in Moers. Sie fotografiert seit ihrer Jugend, von 2011 bis 2014 studierte sie Fotodesign in Berlin. ÔÇ×Pinhole StoriesÔÇť ist ihr erstes Fotoprojekt mit einer analogen Lochkamera.

 

Die Ausstellung im Foyer des Studios ist ab dem 10. September zu sehen und danach zu den ├ľffnungszeiten der Tageskasse, sowie zu Veranstaltungen zug├Ąnglich.