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Archiv

Liebe Freunde des Schlosstheaters, liebes Publikum,

wir haben uns sehr gefreut, dass unser Programmschwerpunkt „überGehen“ in der vergangenen Spielzeit auf so großes Interesse bei Ihnen gestoßen ist. Sehr viele sind mit uns auf die außergewöhnliche Reise hin zu den eigenen Lebensgrenzen und Todesbildern gegangen – vielen Dank an alle Förderer, Gesprächspartner und Besucher. Einige der Vorträge und Erfahrungen haben wir in einer Buchdokumentation gesammelt, die zusammen mit einem Dokumentarfilm von Andrzej Klamt unter dem Titel „überGehen“ im Herbst in der Neukirchener Verlagsgesellschaft erscheint.

In der neuen Spielzeit wollen wir uns wieder zusammen mit Ihnen einem aktuellen und vielschichtigen Thema annähern. Unter dem Motto „Zwei Grad Plus“ beschäftigen wir uns mit der Umwelt, mit den Folgen des Klimawandels und unserer Verantwortung für die Veränderungen der Natur. Seit Jahren wird eine unkalkulierbare Eigendynamik des Weltklimas prognostiziert, wenn es nicht gelingt, die globale Erwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Dazu müssten bis 2050 mindestens 80 Prozent der CO2-Emissionen reduziert werden. Die reale Situation stimmt alles andere als optimistisch: Tatsächlich steigt die Konzentration der Treibhausgase nach wie vor weiter an. 2010 war das Jahr mit den weltweit größten je gemessenen Kohlendioxid-Emissionen.

In unseren Inszenierungen versuchen wir, die oft abstrakten und zeitlich schwer fassbaren Dimensionen des Themas sinnlich erlebbar zu machen. Darüber hinaus werden wir durch Vorträge, Diskussionen und in Zusammenarbeit mit regionalen Initiativen das Themenfeld erweitern und Möglichkeiten des persönlichen Engagements vorstellen. Eher dramatische Stoffe von Henrik Ibsen, Gaétan Soucy, Elfriede Jelinek und Händl Klaus kreisen rund um mittelbar und unmittelbar umweltbedingte Katastrophen. Mit den Projekten „Robinson und Freitag“, „Futur II“, „I would prefer not to“ und der Zukunftswerkstatt des Jungen STM „TOPIA“ versuchen wir Impulse zu geben, wie ein verantwortliches Zusammenleben mit der Natur aussehen könnte.

Die Spielzeit steht somit im Zeichen gesellschaftlich drängender Zukunftsfragen, dabei ist erneut unsicher, wie viel Zukunft das Schlosstheater Moers selbst noch hat. Die Stadt sieht sich auf Grund der prekären Finanzsituation wieder gezwungen, ihre „freiwilligen“ Leistungen – und damit auch das Theater – in Frage zu stellen. 2010 hatten wir uns mit der Stadt bereits auf ein Konsolidierungs-Konzept geeinigt, das es trotz Einsparungen ermöglichte, die Arbeit in gleicher Qualität und Vielfalt fortzusetzen. Noch mehr Einsparungen würden sich zwangsläufig auf Personal und Programm auswirken.

Wir freuen uns, mit Ihnen auf die nächste Spielzeitreise zu gehen und bitten Sie gleichzeitig, gemeinsam mit uns für den Erhalt des Schlosstheater Moers und der anderen Kultureinrichtungen der Stadt zu kämpfen.

Ihr
Ulrich Greb

Das Spielzeitheft 2012 | 2013 hier zum Download!