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uebergehen

Die Projektreihe „ĂĽberGehen“  – zu Lebensgrenzen, Todesbildern und Abschiedskultur – war zentraler Bestandteil der Spielzeit „Hin&Weg“ 2011 | 2012. Zwei Inszenierungen dieser Reihe – „Elefant im Raum“ und „Todesstation“ – sind diese Spielzeit noch einmal zu erleben. Und am 26. Oktober kommt der Dokumentarfilm zur Reihe „ĂĽberGehen“ – „Bis zum Tod und weiter – Theater und Lebensgrenzen“ – im Schlosstheater zur UrauffĂĽhrung.

Der Tod anderer, der Tod fiktiver, fremder oder Spiel-Figuren ist allgegenwärtig in Nachrichten, Filmen und PC-Games – in seltsamen Gegensatz zu seiner Abwesenheit in unserem Leben, in unserer Gemeinschaft. Es scheint, als sei die mediale Allgegenwärtigkeit des Todes verbunden mit der Verbannung des Sterbens aus unserem Alltag. Im wirklichen Zusammenleben werden Tod und Sterben an den Rand, ins Off, in Kliniken und Hospize und damit aus dem Sichtfeld des gesellschaftlichen Alltags gedrängt. Die Begegnung mit Sterbenden nimmt uns die Sprache. Doch je mehr wir den Tod lauthals verdrängen, desto deutlicher zeigt sich unsere Angst vor den Erfahrungen mit Sterben und Tod.
Der Tod ist das am stärksten allgemeine und zugleich individuellste Phänomen der menschlichen Existenz. Dem Tod entkommt niemand, ihn teilen alle Menschen miteinander. Und zugleich ist das Sterben der vielleicht persönlichste Moment eines Menschen, seine letzte und eigenste Erfahrung.

Das Schlosstheater Moers setzt sich in der Projektreihe „überGehen“ mit Lebensgrenzen, Todesbildern und Abschiedskultur auseinander, um mit dem theatralen Rechercheprojekt „Elefant im Raum“ (Uraufführung am 2. Februar 2012), der Uraufführung des Romans „Todesstation“ von Susan Sontag (Premiere am 22. März 2012), der Ausstellung „Ein Koffer für die letzte Reise“ (Eröffnung am 16. März 2012), einer Mal- und Schreibwerkstatt für Kinder und Jugendliche sowie Vorträgen, Diskussionen und Workshops ein tabuisiertes Thema mit künstlerischen Mitteln in den öffentlichen Diskurs zu bringen. Dabei gewährleistet die Kooperation u.a. mit dem Verein „OMEGA – Mit dem Sterben leben e.V.“, dem Düsseldorfer Kinderhospiz „Regenbogenland“, sowie Kliniken, regionalen Wohlfahrtsverbänden, Kirchen und weiteren sozialen Einrichtungen ein Netzwerk, das dem Projekt und den begleitenden Veranstaltungen eine breite, soziale Basis gibt.

Die Projektreihe überGehen wird gefördert von:


 

 

 

überGehen wurde von der Montag Stiftung Kunst und Gesellschaft mit der Auszeichnung faktor kunst 2011 prämiert.